Kreta // Santorini // Paros

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Abendessen Traveler-Style. Auf Santorini aßen wir lieber wie die Backpacker auf der Terrasse…

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Sesam und Oliven essen die Griechen gern.

Beobachtung der Woche: Gutes Essen ist die halbe Miete. Schon zwei, drei Stunden nach der Landung in Griechenland hatte ich dieses wohlige Kribbeln im Bauch, das ich immer habe, wenn ich die Fremde entdecke. Es wurde ausgelöst von gegrilltem Fisch und angedünsteten Knoblauch. Beim Schlendern durch die engen weißen Gässchen stellte sich durch den köstlichen Geruch eine Vorfreude auf die 11 Tage in diesem Land ein. Dass Liebe durch den Magen geht, trifft bei mir definitiv zu. Aus der Vorfreude wurde eine tägliche Freude beim Essen: es gab kein Mahl, das nicht schmeckte. Frische Oliven, heimischer Schafskäse, saftige Tomaten, gegrillter Fisch, Mousaka, Kebab, Zaziki, Fava, Jogurt mit Honig, alles ein Gaumenschmaus. Gut, dass wir immer einen lecker gefülltes Bäuchlein hatten, sonst wäre uns das, was uns in den 11 Tagen in Griechenland widerfahren ist wohl noch mehr auf den Magen geschlagen.

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Fischgirlande auf Paros

Erfahrung der Woche: Ein Urlaub, in dem alles schief läuft. Ich bin eigentlich nach jeder Reise dankbar gewesen, wenn ich unbeschadet, mit all meinem Hab und Gut und gesund und munter wieder nach Hause kehrte. Dieses Mal war ich beinahe dankbar, als der Urlaub vorüber war. Aber fangen wir vorne an. Die 11 Tage in Griechenland sollten mit „Insel-Hopping“ verbracht werden. Möglichst viel sehen (Kreta, Santorini, Paros), aber auch noch Kitesurfen (um das Equipment transportieren zu können hatten wir einen Mietwagen). Am ersten Tag wollten wir uns auf Kreta die Bucht Balos anschauen. Von Freunden empfohlen und durch Fotos angelockt fuhren wir also eine gute Stunde über Schotter und Schlaglöcher und wurden fast Seekrank (oder besser Straßenkrank). Auf dem Berg angekommen folgte ein kurzes Laufstück. Wir gingen gar nicht erst bis unten zum Strand. Eine dicke Wolke (die ausschließlich exakt über uns hing) legte einen so dicken Schatten über Balos, dass die Bucht grau und trist, statt türkis und weiß war. Der starke Wind pustete uns unverrichteter Dinge wieder auf die Schotterpiste zurück. Wir nahmen dieses Pech nicht zu ernst, wir wussten schließlich nicht, dass eine graue Wolke ab jetzt stets über uns schweben sollte. Schon am nächsten Tag fuhr uns ein telefonierender Taxifahrer laut knallend hinten auf unseren Mietwagen. Er entschuldigte sich und rief sein Unternehmen an. Bis auch unsere Mietwagenfirma zahlreiche Fotos von den überraschend geringen Schäden gemacht hatte, war der Rest des Tages verloren. Wir hofften, die wohlverdiente Erholung auf Santorini zu finden (wir fanden sie nicht, aber dazu später mehr). Ab nun sollte bei jeder Fährverbindung etwas schief laufen. Entweder war der Ticketschalter geschlossen wenn er offen haben sollte. Die Fähre kam zu spät. Meist kam sie überhaupt nicht. Wir verloren einen ¾ Tag auf Santorini. Und, um überhaupt nach Kreta zurückzugelangen, mussten wir am letzten Tag in die entgegengesetzte Richtung nach Athen fahren, um dann mit einer Nachtfähre die Strecke zurück zu fahren, weiter bis nach Kreta. Dies kostete uns 1 ½ Tage und weitere unserer Nerven. Denn trotz nicht allzu brennenden Interesses, schauten wir uns während unseres 5-stündigen Aufenthalts dort die Akropolis an. Unser geheucheltes Interesse wurde damit belohnt, dass man währenddessen auch noch unser Auto aufgebrochen hatte. Da wir alle Wertgegenstände mitgenommen hatten, blieb ihnen nur unser iPad. Was sie nicht fanden, weil sie nicht clever genug waren unter dem Beifahrersitz nachzuschauen, sondern einfach nur wild alle unsere Taschen durchsuchten. Mittlerweile hatten auch wir eine griechische Krise. Jetzt war mit uns nicht mehr gut Oliven essen und wir wollten nur noch nach Hause. Dass Athen schlimmer aussah, als alle Städte die ich in Lateinamerika gesehen hatte, ließ uns 3 Stunden vor Abfahrt auf unsere Nachtfähre Platz nehmen. Dass man uns dort, aus Kulanz für alle unsere Umstände, in der billigsten und dazu fensterlosen Kabine eingebucht hatte, versteht sich von selbst.

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Kreta, Balos unter Wolkendecke

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Die Reste der Akropolis

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Überbleibsel eines blühenden Athens

Ort der Woche: Die Insel Paros. Hier fanden wir endlich weshalb wir nach Griechenland gekommen waren. Eine idyllische, entspannte Insel. Die weißen Gässchen der Altstadt Parikia eignen sich wunderbar zum Schlendern, die Landschaft auf der kleinen Insel war geschmückt von ordentlichen Häusern und überall blühte Mohn (zumindest ist das in der Nebensaison Mai so). Wir hatten eine herrliche Unterkunft, ein Sunset Studio, direkt am Wasser (und Kitespot) in Pounta, bei der uns der nette Vermieter mit selbstgemachtem Wein, Käse von der Insel und frischen Tomaten einen heimischen Empfang bereitete. Wir verbrachten unsere Tage am goldenen Strand oder auf türkisem Wasser beim Kiten. Wir aßen wie immer gut. (Einmal sogar bei einem Italiener, dem Cuore Rosse, der so italienisch war, dass es sich wie ein Kurztrip anfühlte. Kinder spielten laut zwischen den Tischen, die Gäste unterhielten sich mit den Nachbartischen, das Essen war vorzüglich.) Wir hätten gerne die 11 Tage komplett hier verbracht. Oder den Aufenthalt verlängert (was ja beinahe durch die kaputte Fähre auch noch passiert wäre). Wenn wir nach Griechenland wieder kommen, dann kommen wir nach Paros. Und zwar mit dem Flugzeug. Mehr Details über die wunderbare Insel findest Du auf Utes Blog Bravebird.

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Idyllische Gassen in Parikia, Paros

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Die „Sunset Studios“ machen ihrem Namen alle Ehre

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Sunsetcruise. In Pounta kann man einen Spot noch für sich alleine haben!

Viech der Woche: Der Touri. Vor allem der Touri der Gattung der Asiaten. Sie treten meist in Schwärmen von unzähligen auf und ihr Auftreten wird stets von einem unabreißenden Klickklickklick-Geräusch begleitet. Besonders hartnäckige Exemplare dieser Art durften wir auf Santorini beobachten. Hier schwirrten sie wie lästige Fliegenschwärme überall umher und machten aus den engen weißen Gassen der so beliebten Stadt Oía einen wuseligen Ameisenhaufen. Bei Sonnenuntergang saßen sie wie die Spatzen auf dem Dach überall dort, wo man das Naturschauspiel sehen konnte. Nicht um das Schauspiel zu sehen, sondern um es zu knipsen. Auch als ich morgens um halb 6 aufstand, um das von Reiseanbietern und Reisenden so oft gepriesene Oía mal für mich zu haben, galoppierte eine Japanerin mit Selfie-Stick, Handy, professioneller Kamera (zumindest ließ die größe des Objektivs darauf schließen) an mir vorbei. Ich bin auf meinen Reisen immer auf der Suche nach Orten die noch ursprünglich sind, vom Tourismus möglichst unberührt. Santorini haben die Touris mir regelrecht madig gemacht. Ich kann mich nicht erinnern so einen Anti-Tipp jemals gegeben zu haben, die asiatischen Touris nötigen mich dazu: Fahrt nie nach Santorini! Ich war nicht nur enttäuscht, ich war regelrecht beschämt. Im Supermarkt wurde ich von einer alten Chinesin weggeboxt, die meinte sie dürfe vor mir ihr Wasser bezahlen, in den Gassen traten sie mir auf die Barfüße. Von den weißen Gassen und den paar Kathedralen mit blauen Dächern konnte man nicht viel sehen, vor lauter Smartphones die mit Selfie-Stick in den Himmel ragten. Die Schönheit der Insel reichte nicht aus, um dieses Asiaten-Unwetter wett zu machen. Hier war die dunkle Wolke die stetig über unseren Köpfen schwebte von Menschenhand gemacht.

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Vorzeige Touri

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Die Tourihochburg Oía

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Da sieht man vor lauter Touris den Ort nicht mehr…

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Frischer Touri-Nachschub.

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Das Reisekatalog Santorini – nur für geschickte Fotografen auffindbar.

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Oía, Santorini

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Red Beach, Santorini (die Touris stehen neben mir).

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Rote Vulkansteine auf Santorini

Investition der Woche: In diesem Urlaub investierten wir zwar sehr viel Geld in Fährfahrten (die dann auch noch unzuverlässig waren – und wir für neue Tickets wegen kaputter Fähren auch noch draufzahlen sollten) vor allem aber investierten wir jede Menge unserer kostbaren Zeit in unnötige Dinge. Von den 11 Tagen Urlaub die wir uns genommen hatten, um von der vielen Arbeit abzuschalten, waren 4 erholsam. Der Unterschied zwischen Urlaub und Reisen wurde uns zum Verhängnis. Dieses Mal hätten wir einfach nur Urlaub gebraucht. Selber Schuld, dass wir uns für eine Reise mit Inselhopping entschieden hatten. Eine neue Reiseerfahrung die ich gemacht habe: Fürs Reisen braucht man Zeit (sonst wird die Zeit zu einem so wertvollen Gut, dass der Trip in Stress ausartet) und Muße. Dass Reisen kein Urlaub ist sondern auch „Arbeit“ habe ich oft genug erwähnt. Muss man allzu dringend abschalten und hat dafür nur wenig Zeit, sollte man lieber einen Urlaub machen. Einen Vorteil hatte der Stress aber: Wir waren froh als der Urlaub vorbei war und wir wieder arbeiten durften…

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Chania, Kreta. Der hübscheste Ort, den wir auf Kreta finden konnten.

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Der Weg nach Balos auf Kreta

Paros:

Wohnen kann man hervorragend in den kleinen Appartements vom Sunset Studio. Hier empfängt Yannis mit seiner Tochter Heleni seine Gäste auf herzlichste Art und Weise. Jedes Appartement hat eine kleine Terrasse mit Blick auf die Bucht. Im etwas abgelegenen Pounta kann man perfekt Kiten, ist abseits vom Trouble und ist in nur 15 Minuten in Parikia.

Essen kann man wie gesagt überall sehr gut. Besonders angetan hatte uns das Restaurant der zwei jungen Italiener in der Altstadt von Parikia. Bei Cuore Rosso kann man Pizza essen wir in Italien.

 

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