Taganga // Tayrona National Park

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Erfahrung der Woche: 18 Meter unter dem Meer. Klingt nicht ganz so spannend wie bei Jules Vernes, war es aber. Seitdem ich an der Westküste Australiens mal einen Schnuppertauchgang gemacht habe, wusste ich, dass ich eines Tages meinen Tauchschein machen müsste. Und da Taganga in Kolumbien einer der 3 billigsten Ort der Welt ist, war dieses Zertifikat als fester Bestandteil meiner Reise eingeplant. Dass mein Freund Carlos zu meinem Buddy wurde, war natürlich doppelt perfekt. In 3 Tagen voller Praxis, einem ordentlichen Batzen Theorie und einem 3-stündigen Film, machten wir also unseren Open Water Schein. Ich muss gestehen, dass die 18 Meter Tiefe zu den 12 Metern in Australien kein großer Unterscheid mehr waren. Und auch die Unterwasserlandschaft und seine Bewohner waren in Australien unvergleichlich schöner. Aber so konnte ich mich ganz auf Übungen wie simuliertes Notatmen am Mundstück meines Buddys oder Taucherbrillenverlust sowie Kompasslesen konzentrieren. Ja, ich kann jetzt offiziell einen Kompass lesen. Ich bin jetzt sowohl an Land als auch im Wasser einer gute Partie für Abenteuer. Die 3 Tage gingen um wie im Flug da unten im Karibischen Meer und in dem kleinen Fischerörtchen Taganga. „Leider“ gilt es jetzt allerdings nicht mehr nur die Welt zu bereisen und zu entdecken, sondern auch noch die Unterwasserwelt. Lotto spiele ich ja nicht, aber vielleicht finde ich jetzt ja einen versunkenen Piratenschatz um das Ganze zu finanzieren.

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Ort der Woche: Tayrona National Park, Karibikküste, Kolumbien. Nachdem wir Taganga, um einige Erfahrungen reicher und einiges Geld ärmer, verließen, fuhren wir mit einem holländischen Tauchbuddy in den nahegelegenen Nationalpark Tayrona um uns zwei Tage an wunderschönen weißen Sandstränden, unter Palmen und Sonne vom Freizeitstress zu erholen. Es war die Fotoidylle die einem in Reiseführern und von Fluganbietern unter die Nase gerieben wird. Überall Palmen, an deren frisch vom Baum gefallenen Kokosnüssen man sich bediente und kristallklares Wasser, in dem man am Morgen herrlich aufwachen konnte. 2 Tage im Paradies. Überschattet wurde das Ganze nicht nur von Palmen, sondern leider auch von Carlos Abschied, der wieder zum Arbeiten nach Bogotá zurückfliegen musste. Ein guter Ort um sich voneinander zu verabschieden. Man ist nicht ganz so traurig, wenn alles um einen herum einen glücklich macht.

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Beobachtung der Woche: Lernen um Leben und schlimmstenfalls Tod. Das erste Mal lernte ich etwas, das mich, wenn ich es nicht richtig lernte, nachher Kopf und Kragen kosten könnte. Und es geht nicht um böse Eltern die einem wegen einer 6 in Mathe den Hals umdrehen werden, sondern um den Theorieteil des Open Water Tauchscheins. Es tat gut mal wieder etwas zu lernen, aber es hätte nicht gleich von 0 auf 100 gehen müssen mit dem Lernstoff. Zum Glück war mein Kopf wie ein Schwamm, aufnahmebereit für alles was ich ihm zum aufsaugen anbot. Mein Open Water Führerschein bestand also nicht nur darin zu lernen wie man sich glücklich und schwerelos durch bis zu 18 Meter tiefe Gewässer treiben lässt, sondern eben auch darin zu wissen was man macht, wenn die Nummer mal zu atemberaubend wird, ein gefährlicher Fisch einen angreift (was sie angeblich nur tun, wenn man sie vorher angreift) oder wie man seinem Buddy das Leben rettet. Nach dem ersten Tag studierten wir also nach den ersten Tauchgängen 9 Stunden lang, mit einer Pause zum Essen und ein, zwei kurzen Unterbrechungen, um den überhitzen Kopf im Meer abzukühlen. So sehr das Pauken unter Palmen und mit Meerblick zuerst Spaß machte, irgendwann half auch das kühle Begleitbierchen nicht mehr und es qualmte der Kopf. Erschöpft schlief die Streberin über ihrem Buch ein. Der nächste Tag brachte zum Glück nur noch die Hälfte des Lehrmaterials, der folgende dann beim Abschluss Test 100% der Punktzahl und als Preis dafür ein T-Shirt meiner Tauchschule (ich muss gestehen ich habe wie in der Schule auch schon immer, ein kleinwenig abgeguckt. Aber 97% der Fragen hätte ich nach dem intensiven Lernen schon gepackt). Ich bin mal gespannt wie viel davon bei meinem nächsten Tauchgang, den ich ab jetzt mit einem Buddy alleine machen kann, noch übrig ist. Die Antworten auf die gelernten Fragen werde ich dann nämlich unter größtem Druck beantworten müssen. Unter circa 3 Bar bei einer Luftdichte von 1/3 im Vergleich zur Wasseroberfläche nämlich.

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Viech der Woche: Der Kugelfisch. Auf der letzten Tauchexkursion schwamm aufgeregt ein Kugelfisch vor meiner Taucherbrille herum. Nervös blies er sich auf und seine großen Augen, die neben seiner Körperform ebenfalls Grund für seinen Namen sein könnten, blickten mich ängstlich an. Dabei wollte ich ihm gar nichts, nur ein Foto mit ihm. Und das bekam ich dann auch, im Close Up.

Intova Digital Camera

Investition der Woche: 500.000 Pesos oder 200 Euro für die Erfüllung eines Traums. Dieser Tauchschein war mit eine der teuersten Investitionen meiner Reise, aber er war sein Geld wert und quasi eine Investition in die Zukunft. Jetzt muss ich Buddys finden, die mit mir den flüssigen Teil der Weltwunder erforschen gehen. Ein paar Buddy-Freunde habe ich schon, aber ich werde auch bei Nichttauchern Überzeugungsarbeit leisten, denn Tauchen sollte sich keiner durch die Flossen gehen lassen.

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Rest der Woche: Von Abtauchen bis Abschied. Angefangen mit dem Tauchkurs, abgeschlossen mit dem Abschied von Carlitos, war es eine herrliche und ziemlich entspannte Woche. Sonne und Karibik sind eben ein gutes Rezept für ein glückliches Wohlbefinden. Umso trauriger war ich gestern Abend als ich den Bus aus Santa Marta zurück nach Taganga nahm, Carlos den zum Flughafen. Alleine sein ist nach guter Gesellschaft immer dreifach schwer. Und da es der beste Freund meiner bisherigen Reise wurde, war ich abends trauriger denn je. Aber das gehört wohl dazu. Und da er gerne in Deutschland studieren will, bleibt die Hoffnung die man nicht bei allen getroffenen Reisefreunden hat, dass wir uns wieder sehen. Ich habe gestern Abend schnell eine Tour zur Verlorenen Stadt gebucht. Jetzt geht es 5 Tage lang durch Regenwälder zu den Ruinen einer vergessen Stadt. Jetzt kann ich nur auf die nächste gute Begleitung hoffen. Jetzt ist also für 5 Tage absolute Funkstille. Genießt es!

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