Port Douglas III

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Viech der Woche: Der gemeine Moskito. Sagt man das nicht so in der Biologie? Ich hatte immer das Gefühl es sei ungerecht so verallgemeinernd zu einer Art von Tieren zu sagen sie seien gemein. Von den Moskitos kann man das allerdings durchaus behaupten. Sagen wir mal so, würde ich jetzt anfangen meine Sticke zu zählen, säße ich in 3 Stunden sicher immer noch hier. Außerdem müsste ich dann gleich wieder von vorne anfangen zu zählen, weil sie sich stündlich vermehren! Und zwar auch am helllichten Tag! Letztens konnte ich sogar dabei zusehen, wie eine ihr riesiges Trompeten-Maul in meinen Oberarm rammte. Und ich konnte nichts tun, mit der einen Hand eine volle Teetasse tragend, in der anderen eine Müslischale, hatte sich die besonders heimtückische Stechfliege ihrer Rasse genau den Moment ausgesucht, in dem ich völlig hilflos war. Jedenfalls sehe ich bald aus als hätte ich Noppen. Na ja, ich übertreibe, denn zum Glück werden es ja täglich auch wieder einige Beulen weniger. Andererseits: Ich genoppt, wie das wohl ankäme?

Investition der Woche: Ich glaube das war diese Woche mit 33,45 $ der Einkauf im Supermarkt. Viel Zeit zum Geldausgeben hatte ich dank meiner Arbeit nicht. Was gut ist, denn so verdiene ich fleißig Geld und gebe nicht so viel aus. Und wenn wir schon vom leidigen Thema Geld sprechen: Ich werde doch kein Geld scheffeln wie einst geplant! Aber dazu bei der Erfahrung der Woche mehr. Jedenfalls habe ich das unbestimmte Gefühl, dass die Investition der Woche kein weiteres Mal nur 33,45 $ betragen wird…

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Beobachtung der Woche: Da habe ich eine meiner frühsten Beobachtungen hier in OTZ doch glatt vergessen zu dokumentieren. Das wäre folgende: Gurken schmecken hier tatsächlich wie Gurken. Soll verallgemeinert stehen für: Obst und Gemüse hat hier einen unvergleichlichen Geschmack! Alles schmeckt so intensiv, wie bei uns nur Lebensmittel die mit künstlichen Aromen aufgepeppt wurden, damit sie dann so schmecken wie das hier! Ich ernähre mich fast ausschließlich von Obst! Mangos so süß und saftig, dass sie auf der Zunge nur so dahin schmelzen. Gurken so geschmacksintensiv, dass man für einen Gurkensalat eigentlich nur eine Gurke und sonst nichts braucht! Faszinierend. Schön hier, so weit weg von Holland.

Sunset Segeln 2

Ort der Woche: Das Segelboot, auf dem ich mit Birte in den Sonnenuntergang vor Port Douglas segelte. Die Geschichte ist folgende: Mittwochs abends gibt es im Yacht Club von Port Douglas immer einen Sunset Cruise bei dem man laut eines Reiseführers mit dem Namen „Einsamer Planet“ umsonst ein Ründchen in den Sonnenuntergang segeln kann. Birte und ich hatten frei – also nix wie hin. Nach einer mehr oder weniger hektischen Suche nach dem besagten Yachtclub, zu der es durch zu langes Chillen am Strand kam, hatten wir dann kurz vor 4 den Yacht Club ausfindig gemacht, den wir beide zwar schon mal besucht hatten der aber, durch einige Biere zum damaligen Zeitpunkt, scheinbar unkenntlich gemacht worden war. Dann gab es eine Überraschung: So einsam schien der Planet dann doch nicht zu sein, wie uns der Titel des betrügerischen Reiseführers vorgegaukelt hatte. Circa 60 Leute wollten mit uns auf das 10 Mann Segelboot steigen. Es wurde sich in eine Liste eingetragen, dann sollte gelost werden. Aber im Land wo „No worries“ das Lebensmotto ist handhabt man solche Probleme folgendermaßen: Man geht zur Bar und holt sich 2 Bier (Coopers ist übrigens nach langem Herumprobieren eindeutig das akzeptabelste der australischen Biere – ich könnte fast sagen es schmeckt mir). Man setzt sich in die Sonne und hält ein Pläuschchen. Dann kommen nach ungefähr 3 Minuten ein Haufen Australier an die einen fragen, ob man nicht zufällig segeln will, weil sie zufällig jetzt dasselbige tun werden und zufällig noch zwei Plätze frei haben. Schnell noch ein Sixpack Coopers gegriffen und aufs Boot gesprungen. Los geht die recht halsbrecherische Fahrt, auf der das Bier fast im Weg ist. Da war nichts mit entspannen! Eher mit Seitenwechseln und so. Das mag sich leicht anhören, wenn man nicht erwähnt, dass der Winkel in dem das Boot zum Wasser stand physikalisch eigentlich gar nicht möglich war. Der Abend endete mit einem herrlichen Sonnenuntergang, einem Grinsen, dass Birte und ich nicht aus dem Gesicht bekamen, 2 gewonnen Cashpreisen bei der Lotterie auf der Party im Yachtclub, die sofort in das beste Abendessen seit der Ankunft eingelöst wurden und, man kann es sich denken, einigen weiteren Bieren und sogar Übernachtungsmöglichkeiten in Sydney und Adelaide bei richtig netten Aussis.

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Erfahrung der Woche: Es ist ein hartes Geschäft als Backpacker einen Job zu kriegen. Hat man dann endlich einen, bzw. zwei, muss man höllisch aufpassen. Zum Beispiel kann es passieren, dass man am ersten Tag noch von allen in den höchsten Tönen gelobt wird, am zweiten Tag dann einen Anruf vom Chef bekommt der einem sagt, der Koch würde leider nicht wollen, dass man weiter für ihn arbeitet, weil man nicht machen würde was er einem sagt. Das Lustige daran ist (und glaubt mir, dass ist keine Auslegungssache), dass dies einfach nicht stimmt. Der Typ war Aussi, hatte den schlimmsten Akzent den ich je gehört hatte und nuschelte auch noch. Und das bei meinen schlechten Ohren. Alles was ich mir vorwerfen kann: Als 10 Teller bereit standen die raus mussten, habe ich ihn gefragt ob ich schon mal etwas mit raus nehmen solle. NO! NOT ready! Und dann habe ich dummerweise die Beschwerde eines Gastes an seinem Essen an ihn weitergegeben, die er mir persönlich übel nahm. Zack, raus ist man! Und ich hatte mir noch Sorgen gemacht, weil ich meine Aufenthaltsdauer betreffend angefangen hatte zu lügen, weil man für einen einzigen Monat einfach unglaublich schwer einen Job findet. Jeder ist sich selbst der Nächste. Ich muss relativierend allerdings sagen, dass es fast besser für mich ist, dass ich den Job nicht auch noch mache. Von 7-15 Uhr im „Café OTZ“ und von 16-22.30 im „Inlet“ zu arbeiten wäre mir 5 Mal die Woche vielleicht doch ein wenig viel geworden. Obwohl ich ja erst dachte ich müsse mich jetzt ein wenig quälen, um ein schönes Geldpolster zu haben, mit dem ich dann 2 Monate in Saus und Braus leben kann. Die 16.50$ Cash die ich im OTZ kriege bringen mich auf 2500 Dollar bis zur Abfahrt. Damit komme ich hin. Vor allzu geraumer Zeit ist schon mal Konfuzius aufgefallen, der Weg sei das Ziel. Da sollte ich nicht 3 Wochen nur arbeiten und gar nicht mehr genießen. Das wäre bei den oben beschriebenen Arbeitszeiten schwer geworden. Davon abgesehen hätte ich wohl bald das Burn-Out-Syndrom bekommen. Und das als Backpacker.

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Rest der Woche: Ich habe das erste Mal angefangen darüber nachzudenken einfach länger hier zu bleiben. Wobei „einfach“ untertrieben wäre, weil es mit einigen Komplikationen „Up over“ verbunden wäre. Es geistert mir nur so im Kopf herum. Jeden Tag sagt hier jem     and so etwas wie: „So lässt es sich leben“ ‚ oder „Life won’t get better than this“ Tja. Stimmen tut das wohl. Was kann es schon besseres geben, als einen Tag am Strand, einer dicken Schokogeburtstagstorte für die WG Mitbewohnerin am Abend, Tequila zum Nachtisch, einigen Bieren, netten Leuten und einem nächtlichen Bad im planktonbeleuchteten Meer? Leider weiß ich, dass das nicht das wahre Leben ist und es so nicht für immer weitergehen kann. Dennoch ist es schön, die Erfahrung gemacht zu haben wie es ist, wenn das einziges Problem am Tag ist, ob man noch was am Strand liegen soll, lieber zum Pool wechselt oder sich am Abend schon wieder betrinken soll. Probleme gibt es hier nicht. Schön ist das. Kein Wunder, dass man das für so lange wie möglich behalten will. Aber vielleicht ist es ja exportierbar?

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